Immer mehr Leistungsdruck für Schüler und Grundschullehrer

 

Die DAK veröffentlichte jetzt am 26. April 2016 eine neue Studie zum Gesundheitszustand an den Grundschulen (erhoben ab der 1. Klasse bis zur 6. Klasse). In den kommenden Jahren sollen weitere 600.000 Schüler und über 2.000 Schulen am 2. Teil der Studie teilnehmen. Im ersten Teil der Studie wurden 500 Lehrer, unterteilt in der Altersgruppe bis 39, ab 40 und über 50 Jahre,  im gesamten Bundesgebiet befragt. Über 70% der Lehrer stellten einen Anstieg der Gesundheitsprobleme in den letzten 10 Jahren fest. Vorallem die Konzentrationsprobleme haben über 93% zugenommen (54% davon stark zugenommen), auch die Verhaltensauffälligkeiten sind mit 92% wesentlich stark angestiegen. Weitere Punkte wie motorische Defizite, psychosomatische Probleme, Entwicklungsstörungen in der Sprache und Übergewicht sind jeweils auch viel höher als noch vor 10 Jahren.

 

Unterschiedliche Einschätzung der Lehrer

 

In der Studie hat sich aber auch gezeigt, dass die Einschätzungen der Lehrer stärker zunehmen, desto älter die Lehrkraft selbst ist. Als Beispiel: Bis 39 jährige Lehrer sehen "nur" 33% eine starke Zunahme von Konzentrationsproblemen bei Schülern, während Lehrer über 50 dies mit ganze 63% fast doppelt so stark einschätzen. Daran sieht man, dass je Älter die Lehrkraft ist, desto stärker wird die Belastung im Schulalltag. Jeder weiß, eine hohe Belastung kann früher oder später zu einer vorzeitigen Dienstunfähigkeit führen. Auch bei den anderen befragten Punkten sehen die älteren Lehrer die gesundheitlichen Beeinträchtigungen wesentlich stärker als jüngere Lehrer oder Lehrerinnen.

 

Gründe für die Zunahme von Gesundheitsproblemen der Schüler

 

Die überwiegende Mehrheit der Lehrer sieht, dass die mediale Reizüberflutung durch Fernsehen, Computer, Smartphone, usw. als häufigste Ursache angegeben worden ist. Auch der Erwartungsdruck der Eltern ist in den letzten 10 Jahren stark gestiegen. Die Studie zeigt auch, dass rund 30% der Gesundheitszustand der Schüler in den ersten vier bis sechs Schuljahren verschlechtert hat.

 

Lehrer befürchten vorzeitgen Ausstieg aus dem Arbeitsleben

 

Die meisten Lehrkräfte (ca. 87 Prozent) sind mit Ihrem Beruf zufrieden. Jedoch ist die Belastung im Schulaltag viel zu hoch, daher machen sich fast 25% sorgen, dass sie den körperlichen oder psychischen beruflichen Anforderungen nicht mehr gerecht werden und vor Ihrem Pensionsalter dienstunfähig werden. Lärm, verhaltsauffällige Schüler und zu wenig Erholungsphasen im Schulaltag sind besonders belastend für die Lehrer und Schüler. Viele Lehrer (rund 75%) gaben an, auch mal krank in die Schule gegangen zu sein, mehr als die Hälfte sagt, dass dies sogar mehrmals im Jahr vorgekommen ist.

 

In der Studie wird auch aufgezeigt, dass die Gesundheitsförderung an den Schulen viel zu gering ist. So gibt es in den meisten Schulen zu wenig Möglichkeit für "Bewegung" in den Pausen. Vorallem in den Unterricht werden zu wenig "Pausen" mit etwas Bewegung eingebaut. Schüler mit motorischen Nachteilen werden zu wenig gefördert. Ein Rückzugsort wie z. B. Einspannungsmöglichekiten für Schüler sind selten im Schulangebot. Gleiches gilt für die Lehrkräfte, hier werden kaum gesundheitsförderte Maßnahmen angeboten. Nur lediglich 9% gaben an, dass solche Maßnahmen an Ihrer Schule umgesetzt werden.

 

Die Studie wird in den kommenden Jahren noch fortgesetzt. Wir werden berichten.

 

Quelle:

https://www.dak.de/dak/download/DAK-Studie_2016_Gesundheitsfalle_Schule__Probleme_und_Auswege-1798974.pptx?

 

 

 

 

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